Der Glaube ist etwas persönliches. Niemand sollte darüber bestimmen, was jemand glaube soll oder sogar muss. Die Beziehung zu der Gottheit sollte privat sein. Jedoch wird ein Mensch in dem Glauben erzogen, welcher in der Gesellschaft an Bedeutung hat. Er wächst mit den Riten und Traditionen auf. Dies kann einen Menschen sehr prägen, ihn aber auch vom Glauben abbringen. Denn es wirkt so, als ob es einfach ein Unterrichtsfach ist. Oder etwas, das einfach nur lästig ist. Besonders in den frühen Jahren kann es zu einer Abneigung gegen den Glauben kommen. Dabei spielt es keine Rolle, an was oder wen geglaubt werden soll.
In unserer Gesellschaft gibt es Traditionen was den Glauben betrifft. Dies sind sicher die hohen Feiertage wie Ostern und Weihnachten. Die Menschen feiern diese Tage, ohne genau zu wissen, was sie eigentlich bedeuten. Doch es ist Tradition, dass sie gefeiert werden. Die Eltern haben es uns so beigebracht. Die Medien bringen es uns bei. Die Werbung trichtert es uns ein. Es geht dabei nur ums Geschäft und die Ferien. Doch wirklich den Tag des HERRN, feier kaum jemand.
Doch es gibt noch weitere Traditionen. Die Firmung, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Die Sakramente. Diese werden ebenfalls einfach durchgestanden, weil man es es eben immer so macht und alle es so machen. Man will ja nicht derjenige sein, welcher mit den Traditionen bricht. Also machen alle einfach mit, obwohl sie nicht wollen. Sie wissen auch nicht wofür genau. Traditionen sind für mich immer etwas befohlenes. Sie haben mit dem Glauben als solches nichts gemein. Sie sind etwas, was die Gesellschaft will. Woran sich die Gesellschaft festhält. Ohne aber zu erkennen, was sie wirklich bedeuten. Ohne deren wahren Sinn zu verstehen.
Der Glaube ist nicht eine Tradition. Er ist etwas fundamentales im Leben eines Menschen. Er bringt ihn dazu, besser zu leben. Besser mit anderen Menschen umzugehen. Aber auch ohne Gewalt und Hass zu leben. Dies sind ideale Vorstellungen. Ich weiss. Aber sie sind der Kern der Sache. Wer wirklich im Glauben lebt, der wird ein besserer Mensch. Der Glaube wird aber zu oft für Machtspiele und Politik missbraucht. Er wird als Begründung für so vieles missbraucht. Dabei geht er nur den einzelnen Menschen etwas an. Ich lasse mir nicht sagen, was ich glauben soll oder muss. Ich weiss, was ich glaube. Ich weiss, dass der HERR mit mir ist. Nicht nur wissen, nein, auch fühlen und sehen. Der Glaube geht weit über die Riten hinaus. Er erweitert den Horizont des Menschen. Er gibt im einen Sinn. Er gibt ihm das, was er wirklich für sein Leben braucht. Traditionen können dies nicht. Sie machen mehr kaputt, als das sie wirklich etwas zum Glauben beitragen. Sie sind für mich auch eine Art Gleichschaltung. Den Menschen wird gesagt, was sie glauben mussen, und wie dieser gelebt werden muss. Das ist eine Art Diktatur. Egal ob dies vom Staat aus kommt, oder von der Familie. Es sollte nicht sein, dass man jemanden zum Glauben zwingt. Den Glauben muss jeder für sich alleine finden. Er wird ihn auch finden, wenn er will. Denn der HERR ist für alle da. Man muss nur wollen. Jedoch sind viele so ungläubig geworden, dass sie nicht mehr wissen, wie den HERRN finden. Sie meinen, dass das was in der Schule oder Kirche gelehrt wird, der Weg ist. Dabei ist der Weg ein ganz anderer.
Der Weg zum HERRN führt über die Bitte um ein neues Leben. Er führt über das Beten und lesen der Bibel. Es braucht nicht viel, damit jemand an den HERRN glaubt. Doch dieses Wenige wird durch die Traditionen verbaut und zerstört.
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