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Mittwoch, 20. Juli 2016

Autismus und eine buddhistische Sichtweise

Lange habe ich mich gefragt, wie ich mit dem Leben als Autist besser zurecht kommen kann. Wie kann ich besser mit Veränderungen umgehen? Wie kann ich mehr Ruhe in meinen unruhigen Geist bringen? Fragen die mich lange Jahre beschäftigt haben. Das Thema Autismus generell ist ein Thema über das vieles geschrieben wird, aber vieles davon ist zu kurz gegriffen.
Nun, ich entdeckte den Buddhismus für mich. Nicht als Religion, sondern als eine Art zu leben. Eben so, wie ich es mir immer erhofft hatte. Ruhiger. Gelassener. Das ist mir bis jetzt zum Teil gelungen. Jedoch ist es so, das ich noch so einiges lernen muss. Buddha wird man ja nicht einfach so.
Wie dem auch sei. Jedenfalls hat mir der Buddhismus eine andere Sichtweise auf die Menschen und die Dinge gegeben. Ich sehe die Welt heute nochmals anders als vor 8 Monaten. Ich entdeckte auch, das der Buddhismus besonders für Autisten ein guter Weg ist, mit sich und der Welt fertig zu werden. Besonders wird immer gesagt, wir leiden. Das grosse Thema des Buddha. Leiden. Nun, sicher leiden wir. Unter den anderen Menschen. Unter einer Welt die wir nicht verstehen und die uns nicht versteht.
Nur, Buddha lehrt den Weg zur Beendigung des Leiden. Ein Weg den ich nicht für real gehalten habe. Eine Idee. Einfach etwas, das nicht funktionieren kann. Nur, ich wurde eines Besseren belehrt. Ich habe erkannt, das der Weg den der Buddha beschreibt, tatsächlich das Leiden beendet. Jedoch nicht sofort. Denn, es ist eben ein Weg. Ein Pfad. Dieser kann nur durch Meditation gefunden werden. Wer immer und immer wieder übt, der wird merken, das es funktioniert. Aber auch, das einem das alles verändert. Nicht zum Schlechten, sondern zum Guten. So wie es der Buddha gesagt hat.
Ich lernte wieder mehr auf mich fokussiert zu sein. Mehr auf mich zu hören. Aber auch anderen zuzuhören. Auf andere eingehen. Insofern ist der Buddhismus eine Art wie man leben sollte. Aber auch eine Hilfe. Die Lehre des Buddha kann aber nicht durch Bücher gelernt werden. Sondern, man muss seine Reden lesen und darüber meditieren. Nicht das was andere über den Buddhismus sagen ist wichtig, sondern das was der Buddha sagte. Das ist meistens ein grosser Unterschied.
Der Buddhismus hat mir auch eine andere Sichtweise auf den Autismus gegeben. Denn ich erkannte auch, das ich dank meiner anderen Art zu denken, die Fähigkeiten eines Buddha entwickeln könnte. Das ich nicht gerade ein Buddha werden kann, aber so was ähnliches. Nur, das ist etwas, das nicht für jetzt ist. Denn es gilt noch viel zu üben. Meditieren.
Jedoch lerne ich so, auch besser und klarer zu denken. Fokussierter zu denken. Nicht wild, sondern exakt. Dinge genauer zu hinterfragen. Mir auch mehr Zeit zu geben. Nicht immer alles sofort erledigt haben wollen. Alles sofort denken und lösen. Ruhe.
Viele meinen, das man Räucherstäbchen und Ohm braucht. Eine besondere Atmosphäre. Nein, das alles braucht es nicht. Buddha hatte das auch nicht. Ich denke, die Menschen machen zu viel aus dem Darum als dem Darin. Denn was der Mensch in sich entdeckt, ist wichtig. Nicht wie es Aussen ist. Sondern eben Innen.
Die Welt ist hektisch und schnell. Die Menschen wollen im was von einem. Sie haben nie genug. Damit als normaler Mensch klar zu kommen ist schwer. Aber als Autist? Fast unmöglich. Nun, eben nur fast. Der Weg des Buddha ist klar und möglich. Er zeigt mir, das es geht, wenn ich mich darauf einlasse. So wie er es eben gesagt hat. Selber versuchen. Selber erkennen. Das ist der Weg den ich gehe. Nicht das was andere sagen. Klar lese ich auch andere Schriften. Klar mache ich mir Gedanken darüber. Aber schlussendlich geht es mir darum, was ich in der Meditation erfahre. Mal mehr mal weniger mal nichts. Wieso auch nicht? Hauptsache man bleibt dran und übt.
Meditieren kann man immer. Ob beim arbeiten oder Autofahren. Denn es geht darum sich auf die eine Sache die man tut zu konzentrieren. Nur das. Dann beginnt man mehr zu erkennen als man denkt. Zusammenhänge die einem zuvor nicht klar waren, werden klar.
Jedoch sollte man nicht alles auf einmal wollen. Sondern sich Zeit geben. Das ist das Wichtigste.
Besondern Autisten haben den Hang zum Technischen. Alles muss immer klar geordnet sein. Logisch. Ich bin auch so. Jedoch habe ich gelernt, das es mehr als das gibt. Das es nicht immer drauf ankommt, das alles klar und logisch ist. Das es auch einfach mal sein kann. Grundlos. Und, das Veränderungen zum Leben gehören. Denn alles das entsteht, vergeht. Alles was ist ist nicht mehr. Alles was kommt geht. Alles ist vergänglich. Dies ist viele klar. Aber haben sie es auch begriffen? Wenn sie es begreifen, dann beginnt das Leiden zu enden. Leiden kann nur durch den Weg des Buddha vollständig überwunden werden.
Die Mensche sind von Emotionen geleitet. Sie geraten leicht in Wut Hass. Haben Angst. Sind verunsichert. Der Buddha lehrt, wie auch das besiegt werden kann. Ohne, das man nicht mehr Mensch ist. Im Gegenteil, man wird so menschlicher. Denn, man kann anderen so leichter helfen. Besser mit Rat und Tat zu Seite stehen.
Schlussendlich ist der Buddhismus der Weg, wie ein Mensch glücklich leben kann. Wie er aber auch anderen helfen kann. Das ist schlussendlich doch das was viele wollen, aber nicht wissen wie. Eben weil sie keine buddhistische Sichtweise auf sich und das Leben haben.